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Cornelia Danner

by Daniela 16. März 2016 0 comment

Cornelia Danner fasziniert, polarisiert und ist Chefin bei der Werbeagentur w00t! in Aschaffenburg. Wir haben eine gute Stunde telefoniert und die Zeit flog so dahin. Ich bin begeistert von so viel Mut, Persönlichkeit und Kompetenz.

Liebe Cornelia,

1. Was machst du genau?

Ich bin Grafikerin und Programmiererin. Ich mache alles rund um Print und Web. Also von Anzeigengestaltung bis Visitenkarte, Layout und Satz, Webdesign und Programmierung von Webseiten oder Aufbau mit verschiedenen CMS oder auch WordPress. Ich mache Suchmaschinenoptimierung, Suchmaschinenmarketing und Social Media Marketing.

2. Wie bist du beim Aufbau deines Business genau vorgegangen?

Während meiner Ehe habe ich das eigentlich nur nebenher gemacht. Nach der Trennung wollte ich in keine Festanstellung, weil ich gemerkt habe, dass ich meinen eigenen Stil habe und mit der oft sehr konservativen und eingefahrenen Vorgehensweise von Agenturen nicht so kann. Ich habe dann die erste Zeit Hartz IV bekommen und nebenher begonnen, mir ein eigenes Büro aufzubauen, welches glücklicherweise in meiner Wohnung ist, so das sich Beruf, Kinder, Haustiere und Haushalt noch relativ gut miteinander vereinbaren lassen. Ich habe mir in der ersten Zeit viel neues Wissen angeeignet, denn die Jahre davor hat sich gerade im Bereich Internet sehr viel entwickelt, da hatte ich den Anschluss etwas aus den Augen verloren.

3. Welche konkreten Maßnahmen hast du in den ersten Monaten vorgenommen?

Ich habe Flyer gedruckt und diese verschickt, was aber nicht wirklich viel gebracht hat. Bei persönlichen Kontakten ist man häufig auf das Thema Werbung gekommen. Dort habe ich meine Kenntnisse eingebracht. Ich habe nebenher auch noch im Gastronomiebetriebe eines Freundes ausgeholfen, auch dort haben sich Gespräche und Kontakte sowie Aufträge ergeben.

Es gab folgende Alternativen: Hartz 4! Gastronomie! Selbstständigkeit! Da ich eher nicht die typische Angestellte bin, war klar, was zu tun ist.

Das Arbeitsamt hat mir mehrere Stellen angeboten, die aber alle völlig an dem vorbei gingen, was ich eigentlich mache. Eine Stellenbeschreibung führte dazu, dass ich eine regelmäßige Tätigkeit für ein Unternehmen begonnen habe, welches mir mein monatlich benötigtes Einkommen sicherte. Beim Arbeitsamt habe ich mich abgemeldet. Allerdings habe ich den Kunden nach 4 Monaten „abgeschossen“, da das in Sklavenarbeit ausartete, weil Aufträge, quasi immer über Nacht oder innerhalb kürzester Zeit zu erledigen waren. Der Kunde dachte, ich stehe ihm sozusagen Tag und Nacht für festes Geld zur Verfügung, welches er dann aber auch immer nur nach etlichen Mahnungen bezahlte. Zum Arbeitsamt zurückgekehrt bin ich nicht. Ich bin dann voll auf Risiko gegangen.

4. Welche Aktionen hast du zu Beginn zur Steigerung der Bekanntheit unternommen?

Ich habe sehr viel Social Media und Foren genutzt. Ich habe mich in viele beruflich orientierte Gruppen (hauptsächlich Programmierung und Design) und dann auch in diverse Frauengruppen eingebracht. Aus dieser Kommunikation, haben sich seither, gerade in den vergangenen Monaten, sehr viele Kontakte ergeben und etliche Aufträge. Auch richtig große Aufträge wie Onlineshops etc. Meine Kunden und Kundinnen sind sehr zufrieden und empfehlen mich weiter. Inzwischen habe ich Kunden auch aus der Schweiz und Österreich. Ich kann von dem was ich mache gut leben.

5. Immer wieder hört man, dass jede (r) Erfolgreiche entweder über ein gutes Netzwerk verfügt, einen Mentor hat oder Mitglied einer Mastermind Gruppe ist. Wie ist das bei dir? Wer oder was hat dir geholfen?

Aus den Kontakten, die ich in den sozialen Netzwerken und Foren schließen konnte, hat sich inzwischen ein gutes Netzwerk ergeben. Mit einigen Kollegen aus meiner Gegend arbeite ich inzwischen regelmäßig zusammen, vor allem, wenn ich merke, dass ich zeitlich Aufträge nicht alleine abwickeln kann oder Anforderungen (Programmierung) gestellt werden, die ich nicht erfüllen kann. Man kann heute nicht mehr alles können, die Entwicklung geht zu schnell und manches braucht/macht man zu selten, um dafür viel Zeit zum Lernen zu investieren.

6. Was war bisher dein größter Erfolg?

Das ich bei der Neuerstellung eines Onlineshops den Auftrag erhalten habe, das ist bisher mein größter Auftrag. Und: dass ich in den letzten drei Jahren (nach der Trennung) zu mir selbst gefunden habe.

Ich habe viel reflektiert und festgestellt, dass ich die letzten 40 Jahre versucht habe, so zu sein, wie andere es wollten. Jetzt bin ich ICH!

7. Hast du ein ganz persönliches Erfolgsgeheimnis?

Das ich (nach vielen Jahren, in denen es anders war), zu mir gefunden habe. Das ich weiß, wer ich bin, was ich kann und das so auch vertrete. Ich bin immer authentisch. Was eben auch heißt, dass ich schon einen leichten Knall habe und sehr auffällig (bunte Haare, Kleidungsstil) bin und ich stehe dazu. Ich mache mich nicht mehr klein, um Aufträge zu ergattern.  Oder ich lehne, wenn ich merke, dass die Chemie mit einem Kunden partout nicht stimmt, Jobs auch mal ab. Ich habe meine Zielgruppe gefunden.

8. Turbulenzen im Business kennt jeder: Wie gehst du damit um?

In der Regel relativ gechillt, natürlich kommt auch mal Stress auf, wenn Termine drücken oder Kunden ihre Rechnungen nicht oder mit erheblicher Verspätung zahlen, aber ich weiß, dass es immer irgendwie weitergeht 🙂

9. Was tust du, wenn Zweifel aufkommen?

Die Zähne zusammenbeißen und weitermachen. Ich rede mit meiner Familie, Freunden darüber. Aber die Zeiten wo ich Zweifel hatte sind eigentlich vorbei, da ich weiß, dass ich viel erreichen kann, wenn ich selbst von mir und dem was ich mache überzeugt bin. Zweifel habe ich schon eine Weile nicht mehr, auch wenn es mal Turbulenzen gibt.

10. Welchen Tipp oder Ratschlag würdest du (Jung-) Unternehmerinnen mit an die Hand geben und WARUM?

Ganz wichtig: Vor Beginn der Selbstständigkeit genau reflektieren: wer bin ich, was mache ich, wen möchte ich, mit dem was ich mache, erreichen. Marketing wirklich zielgruppenorientiert einsetzen und sich professionellen Rat suchen, aber dabei Vorsicht walten lassen. Nicht jeder der sich Profi nennt ist auch einer. Nicht einfach glauben, was jemand erzählt. Hintergrundinformationen einholen, Referenzen fordern und ggf. auch überprüfen. Sich Zeit lassen…..nichts überstürzt machen, weil jemand sagt: du musst jetzt. Wenn es um Werbung geht: egal ob Print oder Web: Preise vergleichen und die dazugehörigen Angebote. Z.B. eine Webseite zu erstellen ist nicht gleich eine Webseite zu erstellen. Es gibt viele, die das so nebenher machen, neben dem Studium, neben dem eigentlichen Job…..

Warum: ich habe gerade unter den Frauen in letzter Zeit einige getroffen, die in der ersten Zeit auf Leute reingefallen sind, die eigentlich nichts drauf haben, sich aber gut verkaufen können. Grund oft: das Angebot war günstig bis billig und hat viel versprochen, aber leider am Ende das wenigste davon gehalten.
Jemand der sein Handwerk versteht und weiß was er kann, wird sich nicht zu Dumpingpreisen verkaufen, weil er weiß, dass er so auf Dauer davon nicht leben kann.

Liebe Conny,

ich danke dir für dieses beeindruckende Interview und wünsche dir von Herzen für die Zukunft weiterhin viel Erfolg, Löwenmut und Kreativität!

Hier gehts zur Agentur von Cornelia.

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