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Riester-Rente: DAS Erfolgskonzept für die Altersvorsorge von Frauen?

by Daniela 17. Juli 2017 0 comment
Die Riester-Rente wird seit ihrer Einführung 2001 nicht nur als staatlich geförderter Weg zur privaten Altersvorsorge für jedermann angepriesen. Wegen der Grund- und Kinderzulagen wurden mit der Riester-Rente stets gezielt Frauen angesprochen, damit auch „Sie“ sich eigenständig um ihren privaten Rentenaufbau kümmert. Doch nachdem das Konzept anfangs durch die Decke gegangen ist, hörte man bis vor kurzem vor allem Negatives über die Riester-Rente. Damit könnte jetzt Schluss sein. Denn die geförderte Altersvorsorge erstrahlt aktuell in neuem Glanze: Die Grundzulage wird ab 2018 auf 175 Euro jährlich erhöht und lang geforderte Freibeträge sind dann endlich gültig. Doch ist das Negativimage damit endgültig besiegt?

Altersvorsorge für Frauen: Selbstbestimmung fängt bei der eigenen Rente an

Die Rente ist oft noch so weit weg, dass es vielen Menschen schwerfällt, sich frühzeitig Gedanken darüber zu machen. Die zeitliche Entfernung ist aber wohl nur einer der Gründe, die davon abhalten, sich um eine private Altersvorsorge zu kümmern. Kontroverse Informationen, welche Altersvorsorge die richtige ist und wann der beste Zeitpunkt für einen Abschluss ist, hindern immer noch viele Frauen und Männer an der Vorsorge.

Leider vergessen jedoch vor allem Frauen, dass eine eigene Altersvorsorge für sie einen besonderen Stellenwert hat, um finanziell unabhängig zu bleiben. Das hat ganz einfach damit zu tun, dass Frauen, sofern sie Kinder bekommen, während der ersten Lebensjahre des Kindes oft Erwerbsausfälle in Kauf nehmen und beruflich eher kürzertreten als Väter. Weiterhin werden Frauen nach wie vor meist schlechter bezahlt als Männer und besetzten mehr Berufe im Niedriglohnsektor. Das bedeutet, dass sie über Jahre hinweg weniger Geld in die gesetzliche Rente einzahlen. Diesen finanziellen Nachteil müssen sie irgendwie ausgleichen. Frauen, die finanziell unabhängig sein möchten, müssen demnach privat für das Alter vorsorgen.

Ist die Riester-Rente des Rätsels Lösung?

Ob die Riester-Rente wirklich ein probates Mittel für Frauen ist, um sich vor dem Armutsrisiko im Alter zu schützen, ist umstritten. Die einen sehen in der staatlichen Förderung einen finanziellen Ausgleich für die niedrigen Zinsen, die Sparern aktuell jegliche Rendite vermiest. Die Erhöhung der Grundzulage ab 2018 um 21 Euro auf insgesamt 175 Euro pro Jahr sowie die Kinderzulagen von jährlich bis zu 300 Euro pro Kind spielen Befürwortern natürlich in die Karten. Außerdem begrüßen sie das lebenslange Rentenversprechen der Riester-Rente und die Neuregelung, dass bis zu 202 Euro der privaten Zusatzrente nicht mit staatlichen Fürsorgeleistungen wie der Grundsicherung im Alter verrechnet werden.

Kritiker werfen der Riester-Rente wiederum vor, dass viele Verträge nicht verbraucherfreundlich sind, weil sie einerseits zu kompliziert und andererseits beim Abschluss zu teuer sind. Daher werden oft andere Wege zur privaten Altersvorsorge empfohlen.

Einig sind sich Kritiker und Befürworter jedoch in einem Punkt: Jeder, der nicht vermögend ist, muss sich ein finanzielles Polster für seinen Lebensabend ansparen. Wie frau das am besten organisiert, ist oft eine sehr persönliche Entscheidung, die eng an die individuellen Lebensumstände und auch den eigenen Typ geknüpft ist. Möchte frau viel oder wenig Risiko bei der Altersvorsorge eingehen? Will sie Geld für ihren Lebensabend sparen, das sie beim Renteneintritt selbst einteilen  kann, oder möchte sie sich auf eine lebenslange Rente verlassen?

Riester-Rente: Sichere Zusatzrente mit staatlicher Unterstützung

Die Finanzbloggerin Natascha Wegelin von Madame Moneypenny spricht mit ihrem Blog gezielt Frauen an, weil sie weiß, dass „Sie“ das Thema Finanzen leider zu oft auf die lange Bank schiebt. Wegelin selbst verlässt sich bei ihrem privaten Rentenaufbau nicht auf eine Rentenversicherung wie die Riester-Rente, sondern spart ihr Geld selbstverwaltet über sogenannte ETFs an. Das sind Aktienfonds, die sich speziell für Menschen eigenen, die eher neu an der Börse sind und regelmäßig kleinere Geldbeträge ab circa 50 Euro pro Monat ansparen wollen.

Da die Finanzbloggerin schlechte Erfahrungen mit einem Vorsorgevertrag bei ihrer Altersvorsorge gemacht hat, hält sie sich lieber fern von langfristigen Verträgen.

Dennoch sagt sie, dass sich eine Riester-Rente als Altersvorsorge durchaus lohnen kann. Vor Vertragsabschluss sollte man ihr zufolge jedoch einen Taschenrechner zücken und genau ausrechnen, wie viel die Gesamtrendite inklusive staatlicher Zulagen beträgt. Ist sie höher als man mit einer vergleichbar sicheren Anlage, wie einem Tagesgeldkonto, erhält, kann der Riester-Vertrag sinnvoll sein.

Cora Christine Döhn ist Redakteurin bei finanzen.de

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